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Europäische Akademie der Heilenden Künste e.V.

European Academy of Healing Arts e.V.

Herzlich willkommen

Willkommen!

Die Europäische Akademie der Heilenden Künste liegt im Lassaner Winkel, dem landschaftlich reizvollen Küstenstreifen vor der Insel Usedom. Geboren aus dem Impuls, die heilsamen Aspekte der Künste zum Wohl des Gemeinwesens auszubilden und wirksam werden zu lassen, und getragen von der Verantwortung des Menschen für den gemeinsamen irdischen Haushalt aller Lebewesen, bildet die Akademie den Ankerpunkt für einen musisch-ökologisch geprägten Ort des Lernens. Hier begegnen sich Menschen, um sich gemeinsam darin zu erfahren, wie sie sich in einem lebensfördernden Sinn in die vielfältigen Transformationsprozesse der Gegenwart einbringen können.

Die Akademie ist staatlich anerkannte Trägerin der Weiterbildung und anerkannte Trägerin der Jugendhilfe. Sie ist als Teil des von der UNESCO ausgezeichneten Netzwerks »Norddeutsch und Nachhaltig Mecklenburg-Vorpommern (NUN)« zertifiziert.
Darüber hinaus ist die Akademie Trägerin der Freien Demokratischen Schule »Kleine Dorfschule Lassaner Winkel«. Sie ist Mitglied im Bundesverband der Freien Alternativschulen (BFAS), im Landesverband Kultureller Jugendbildung, im Paritätischen Wohlfahrtsverband sowie im Landesverband Soziokultur Mecklenburg/Vorpommern. Sie ist Teil der internationalen Arbeitsgruppe »Learning Communities in Rural Europe« sowie des Netzwerks LernOrte für morGEN.

Mit großer Bestürzung müssen wir mitteilen, dass Lara Mallien, mehr als zwanzig Jahre lang Vorstandsmitglied der Europäischen Akademie der Heilenden Künste, tot ist. Aufgrund dieses Schicksalsschlages sind wir derzeit nicht in der Lage, die nächsten Veranstaltungen im Klanghaus wie das Holunderfest und die Sommerserenade durchzuführen.

 

In memoriam  Lara Mallien (* 1. Juni 1973, † 28. April 2023)

Vier Wochen vor ihrem 50. Geburtstag beendete Lara Mallien ihr Leben, weil sie den Schrecken ihrer Krankheit nicht mehr ausgehalten hat.

Lara litt seit Dezember an der Krankheit ME/CFS-PEM, die sich innerhalb von vier Monaten in immer rascherem Tempo bis zum äußersten Schweregrad verschlimmerte. Dieses Syndrom ist bisher kaum erforscht; ein Zusammenhang mit überstandenen Virus-Infektionen ist wahrscheinlich. Es gibt keine Therapie, die helfen könnte, wenigstens die grausamen Symptome zu lindern. Die Prozesse in Laras Körper erzeugten unausgesetzte Schmerzen, die durch kein Medikament zu stillen waren. Das führte zu einer permanenten Angstreaktion in ihrem Gehirn, die sie mit all ihren mentalen Kräften vergeblich zu integrieren versuchte – und wie enorm ihre Geisteskraft war, hat wohl jeder erfahren, der sie kennenlernen durfte. Am Ende hatte sie keine Hoffnung mehr, dass ihre Kräfte ausreichen würden, auch nur noch einen weiteren Tag unter unerträglichem körperlichen und seelischen Leid nach einem wunderwirkenden Heilungsweg zu suchen. Dem schrecklichen Ausmaß dieser Krankheit war keine Kunst gewachsen …

Die Europäische Akademie der Heilenden Künste wird von einer dreißigköpfigen intentionalen Gemeinschaft getragen, in der Lara seit jüngster Kindheit lebte. Die Gründungsmenschen Christine Simon, Klaus Holsten, Beata Seemann und Johannes Heimrath waren zusammen mit ihrem Bruder Tilmann und ihrer Schwester Katharina ihre engste Familie. Lara war eine außergewöhnliche Bewegungskünstlerin, die den musikalischen Performances des Now!-Ensembles besondere Tiefe verlieh. Sie entfaltete sich zu einer inspirierenden Persönlichkeit, deren radikale Wahrhaftigkeit das Denken und Sein der Gemeinschaft mitprägten. Ihre täglich gelebte Erfahrung, wie Gemeinschaft zwischen den Menschen untereinander und zwischen den Menschen und der mehr-als-menschlichen Welt gelingen kann, machte sie zu einer tatkräftigen Nährerin, die vielen jungen Menschen wegweisende Impulse zur Verwirklichung eines Guten Lebens – im Sinn einer erdgerechten und enkeltauglichen Lebensweise – gab. Dies und ihre unbestechliche intellektuelle Klarheit, wie über all das gesprochen und geschrieben werden sollte, machte sie zudem zu einer prägenden Gestalt der Zeitschrift Oya, deren langjährige Chefredakteurin sie war.

Laras größtes Glück war die Geburt ihres kleinen Sohnes Veit-Peregrin vor drei Jahren. Zu wissen, dass er in seinem Vater Johannes Heimrath, seinen engsten Angehörigen und der gesamten Großfamilie die liebevolle und hingegebene Begleitung findet, die sie ihm in seinen ersten Lebensjahren aus ihrem großen mütterlichen Herzen geschenkt hat, mag ein winziger Trost beim Abwägen ihrer letzten Entscheidung gewesen sein.

Lara, wir werden dein Vermächtnis sorgfältig hüten. Es ist uns ein weiterer Ansporn, dem wahrhaftig Guten und Schönen alle unsere Kräfte zu widmen. Aus vielen deiner Samen, die du so üppig wie die übrige Natur frei in die Welt verschenkt hast, sind heute kräftige Pflanzen gewachsen. Wir werden sie pflegen, auf dass sie einst reiche Früchte tragen mögen.

Deine Reise ins Licht lässt uns in großer Trauer zurück.

Christine Simon, Beata Seemann, Johannes Heimrath, Klaus Holsten & Gemeinschaft

Jahresprogramm 2023